Führen die Deutschen noch ein Haushaltsbuch?

Beim wöchentlichen Einkauf wandern schnell mehr als hundert Euro über den Tisch und jedes Mal fragt man sich, wofür das Geld eigentlich ausgegeben wurde. Auch der Shopping-Samstag in der City hinterlässt ein Loch im Budget und kann dazu führen, dass am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist. Viele Deutsche fragen sich mindestens einmal im Monat, warum das Konto bereits so geschröpft wurde, weil sie die eine oder andere zusätzliche Ausgabe bereits vergessen haben. Trotzdem führen laut einer Umfrage weniger als 20 Prozent der Deutschen ein Haushaltsbuch, obwohl es nicht nur beim Sparen helfen könnte, sondern auch einen stetigen Überblick über die Finanzen ermöglichen würde.

Warum wurde das Haushaltsbuch unmodern?

Die heutigen Rentner kennen das kleine, schwarze oder rote Büchlein noch sehr genau und oft führen sie es sogar noch. Darin werden alle Ausgaben und Einnahmen vermerkt und am Ende des Monats weiß man sehr genau, wofür Geld ausgegeben wurde. Sogar die Geschenke an die Enkel werden hier festgehalten und auch die Tasse Tee im Cafè gegenüber lässt sich in dem kleinen Buch nachlesen. Junge Leute fragen sich, wozu die ganze Mühe gut sein soll, dabei geben sie jeden Monat unnötig Geld aus und müssen für größere Anschaffungen einen Kredit beantragen, weil sie das Sparen vergessen haben. Unmodern wurde das kleine Büchlein sicherlich auch, weil die Technik Einzug in die deutschen Haushalte hielt und man online den Kontostand kontrollieren kann und auch immer seltener mit Bargeld bezahlt wird. Schon der Wocheneinkauf lässt sich bequem mit Karte begleichen und die Summe merken sich nur wenige nach dem Shoppen. Dabei macht ein Haushaltsbuch nicht viel Arbeit und für den nächsten Urlaub bleibt garantiert mehr Geld in der Kasse, wenn alles eingetragen wird.

Wie funktioniert ein Haushaltsbuch?

In einem Haushaltsbuch werden alle Ausgaben vermerkt, die im Laufe eines Monats anfallen. Der wöchentliche Lebensmitteleinkauf, der Besuch beim Friseur, der Abend im Restaurant und auch die gekauften Schuhe werden darin einfach untereinander aufgelistet. Am Ende des Monats verrechnet man dann die Einnahmen mit den Ausgaben und kann so feststellen, ob man über seine Verhältnisse gelebt hat oder im Budget geblieben ist. Spätestens nach zwei oder drei Monaten kristallisiert sich dann heraus, wo der eine oder andere Euro geblieben ist, den man bereits vergessen hat und genau darin liegt das Sparpotenzial. Über das Jahr verteilt werden auch oft unnötige Gebühren fällig, wie sich beispielsweise beim Girokonto feststellen lässt. Gute Angebote für kostenlose Girokonten sind wertvolle Helfer beim Sparen, denn ohne die monatlichen Gebühren können bis zu 80.- Euro im Jahr eingespart werden, ohne dass ein Verzicht notwendig wäre. Auch beim Lebensmitteleinkauf lässt sich einiges sparen, denn die Deutschen werfen noch immer zu viele Lebensmittel auf den Müll und mit einem Haushaltsbuch, in dem die Quittung liegt, lässt sich schnell feststellen wie viel Geld monatlich im Abfall landet.

Elektronische Haushaltsbücher als Alternative

Wer täglich Zeit vorm Bildschirm verbringt, kann sein Haushaltsbuch auch einfach über den Rechner führen. Es gibt gute Programme, die viele Personalisierungen ermöglichen und das Einteilen der Kosten in unterschiedliche Kategorien erlauben. Das gekaufte Paar Schuhe kann als Luxusausgabe deklariert werden und die Mietkosten fallen unter die Fixkosten, die nicht veränderbar sind. So sieht jeder am Ende des Monats deutlich, wie viel Geld ihn der kleine Luxus gekostet hat und genau dort lässt sich der Sparhebel ansetzen. Ein Paar Schuhe weniger, eine Pizza vom Lieferdienst weniger und schon bleiben monatlich ein paar Euro übrig, die in den nächsten Urlaub oder in ein neues Auto investiert werden können. Oft spült schon der Verzicht auf die eine oder andere Kleinigkeit mehr als 50.- Euro ins Sparschwein ohne dass der Lebensstandard wirklich darunter leiden würde und ein Haushaltsbuch kann dazu beitragen, die vorhandenen Sparpotenziale zu entdecken.

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