Weltliteratur

Der Begriff Weltliteratur ist nicht eindeutig festgelegt. Im Allgemeinen versteht man darunter literarische Werke, deren Bedeutung über nationale oder regionale Grenzen hinausgeht, und die großen Einfluss auf die Weltbevölkerung oder zumindest große Teile davon hat. In diesem Zusammenhang hat die Weltliteratur eine ähnliche Bedeutung wie das Weltkulturerbe. Zur Weltliteratur zählen nicht nur Werke, die vor langer Zeit geschrieben wurden, auch Werke der Gegenwart erfüllen durchaus die Kriterien der Weltliteratur. Mögliche Anwärter auf die Kategorie Weltliteratur sind zum Beispiel die sieben Romane der Harry-Potter-Reihe oder die Bücher des berühmten Schriftstellers Stephen King, die sich einer weltweiten Verbreitung erfreuen.

Welche spezifischen Werke zur Weltliteratur zu rechnen sind, ist umstritten. Bis heute existiert keine offizielle Liste von literarischen Werken. Einige Werke, die im abendländisch-christlichen Kulturkreis zur Weltliteratur gezählt werden, erfahren in anderen Kulturkreisen keine Akzeptanz. Das trifft zum Beispiel auf das „Buch der Bücher“, die Bibel, zu. Obwohl sie das am meisten gedruckte Buch der Welt ist und es Komplettübersetzungen in 470 Sprachen sowie Teilübersetzungen in weitere mehr als 2.500 Sprachen gibt, wird sie doch nicht von allen Kulturkreisen akzeptiert. Andere literarische Werke wie die „Ilias“ und die „Odyssee“ von Homer sind in der westlichen Welt wohlbekannt und werden dort zur Weltliteratur gezählt, während sie in anderen Kulturen unbekannt sind.

Welche Werke der Weltliteratur zugerechnet werden sollen und welche nicht, hängt vom Standpunkt und Kulturkreis des Betrachters ab. Hier zeigt sich immer noch deutlich die Dominanz des Westens über andere Kulturen. Obwohl deren literarische Werke ebenfalls eine weite Verbreitung über viele Ländergrenzen hinweg haben und von Millionen von Menschen gelesen werden, sind sie im Westen nur einer kleinen Zahl von Gebildeten und Spezialisten bekannt. Dazu zählen zum Beispiel die Schriften des Konfuzius aus dem chinesischen Raum oder die indischen Veden, die heiligen Schriften des Hinduismus.

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