Wofür steht die Frauenliteratur?

Als Frauenliteratur werden Bücher bezeichnet, die sowohl von Frauen, über Frauen als auch für Frauen geschrieben wurden. Das Genre mit den Begriffen Frauenliteratur und Frauenromane entstand im 19. Jahrhundert, als es immer mehr Autorinnen gab, die nicht nur Bücher schrieben, um damit Geld zu verdienen, sondern an ihr Schaffen einen künstlerischen Anspruch stellten. In den 1930ern waren es die Verlage, die Frauenromane als Verkaufsschlager entdeckten. Oft abfällig als Heftromane oder Groschenromane bezeichnet, zeichneten die Hefte eine schöne, heile Welt, in die sich die Frauen und Leserinnen nur zu gerne entführen ließen.

Wandlung im 20. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff Frauenliteratur nicht mehr so scharf abgegrenzt. Viele Bücher wurden nun unter diesem Begriff zusammengefasst, ob Jugendbücher, Frauenbücher oder Ratgeber. Unterhaltungsliteratur allgemein wurde gar als Frauenliteratur bezeichnet, gab es doch die Auffassung, dass Romane nur für Frauen produziert und auch nur von diesen gelesen wurden. Auch die nach wie vor erhältlichen Groschenromane wurden dem Begriff Frauenliteratur zugeordnet. Zu den bekannten klassischen Autorinnen gehörten unter anderem Margaret Atwood, Jane Austen, Simone de Beauvoir, Charlotte und Emily Brontë, Doris Lessing, George Sand, Alice Schwarzer, Dorothy West oder Virginia Woolf.

Ableitungen der Frauenliteratur

Seit den 1990ern wurde die allgemeine Frauenliteratur wieder um einige Begriffe erweitert, in dem nicht mehr „alles“ als Frauenromane bezeichnet, sondern wieder differenziert wurde. So gab es dann sogar die Sparte Frauenkrimi, die speziell für Frauen geschrieben sein sollten. Meist waren diese mit einer Prise Erotik gewürzt. Zu den zeitgenössischen deutschsprachigen Autorinnen zählten unter anderem Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Else Buschheuer, Doris Dörrie, Karen Duve, Wiebke Eden, Ulla Hahn, Julia Franck, Eveline Hasler, Elfriede Hermann, Svende Merian, Johanna Moosdorf, Milena Moser, Brigitte Reimann, Christa Reinig, Anna Seghers, Brigitte Schwaiger, Karin Struck, Maxie Wander und Christa Wolf.

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