Womit sich die Erbauungsliteratur beschäftigt

Bei Erbauungsliteratur handelt es sich um Schriften über Glaubensfragen. Bis heute ist diese Bezeichnung für Schriften mit religiöser Motivation im Sprachgebrauch üblich und wird auch so verwendet. Beispiele für bekannte Erbauungsliteratur sind Martin Luther, „Betbüchlein“, Johann Arndt, „Vier Bücher vom wahren Christentum“ sowie Christian Scriver, „Der Seelenschatz“.

Wie die Erbauungsliteratur entstand

Erwähnt wurde der Begriff erstmals um das 14. Jahrhundert. Damals wurden volksnahe religiös ausgerichtete Schriften als Erbauungsliteratur bezeichnet. Hierbei handelte es sich nicht um theologische Literatur, vielmehr war es eine Art Anleitung für ein frommes, tugendhaftes Leben. Die Wurzeln der Erbauungsliteratur liegen in der Heiligenlegende. Auch Gebetbücher, Andachtsbücher und Predigten galten als Grundstock für die Schriften. Viele Jahrhunderte lang war diese Literatur weit verbreitet, wobei es sogar Ausgaben gab, bei der die Konfession keine Rolle spielte und diese über Konfessionsgrenzen hinaus gelesen wurden. Besonders das 17. Jahrhundert brachte zahlreiche bedeutende Schriften. Vorherrschend waren hier Barockdichter wie Johann Arndt, Johann Michael Dilherr, Jeremias Drexel, Paul Gerhardt, Joachim Meichel, Martin Moller, Heinrich Müller, Johannes Lassenius sowie Christian Scriver.

Der weitere Verlauf

Im weiteren Verlauf der Zeit wurde der Begriff Erbauungsliteratur auch mit negativem Image behaftet. Vor allem im 19. Jahrhundert wurde unter der Bezeichnung auch kitschige Literatur verstanden. Das lag daran, dass Erbauungsliteratur bewusst auf Schnörkel verzichtete und schlichten Inhaltes war. Diese negative Wertung sollte sich allerdings nicht lange halten, denn bald schon wurde die Erbauungsliteratur als eigene Literaturform vertrieben und klar abgegrenzt. Vorreiter bei dem Vertrieb dieser Sparte waren damals Bertelsmann und der Christliche Verein. Nachdem die Unterhaltungsliteratur im 19. Jahrhundert auf dem Vormarsch war, wurde die Erbauungsliteratur zunehmend verdrängt. Auch sie musste sich im 19./20. Jahrhundert den neuen Medien stellen und kann heute nicht nur über den Buchhandel, sondern auch online – zum Beispiel bei Amazon – bestellt werden.

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